Bürgerinitiative „Für Osterode“ deckt auf

Veröffentlichte Nutzwertanalyse war nur methodisches Beispiel eines „Planspieles“

Der Harz Kurier berichtete am 26.04. über eine vom Regionalverband Südniedersachsen durchgeführte Nutzwertanalyse, darin heißt es:

„Einen Katalog von Fusionskriterien hatte der Regionalplaner Dr. Cassing, seit elf Jahren wissenschaftlicher Berater des Regionalverbandes, in seiner Nutzwertanalyse zusammengestellt, in die Hauptpunkte Wettbewerbsfähigkeit, Leistungsfähigkeit, Raumverträglichkeit und Bürgernähe aufgeschlüsselt, die Fusionsvarianten bewertet und numerisch übersetzt. Demnach beziffert sich der Gesamtnutzen bei einem Zusammengehen von Göttingen, Osterode und Northeim auf einen Wert von 783 Punkten, von Osterode und Goslar auf 715 und der Wert der von Hesse bevorzugten Variante Osterode/Northeim auf 464.“

Eine Anfrage Jon Dörings an den Regionalverband Südniedersachsen beantwortete Dr. Cassing nun in einer E-Mail: „Die vom Harzkurier veröffentlichten Punktzahlen waren nur als methodisches Beispiel gedacht.“ Es handele sich vielmehr um ein Zahlenbeispiel im Rahmen des Planspiels „Landkreis der Zukunft“.

Eine Nutzwertanalyse wird aufgrund ihrer hohen Subjektivität und Beeinflussbarkeit vielfach nur im Rahmen von Bürgerbeteiligungsprozessen wissenschaftlich empfohlen. Diese Bürgerbeteiligung ist jedoch bei der Erarbeitung des hier genannten Zahlenbeispiels gar nicht erfolgt und war zu diesem Zeitpunkt offenbar auch nicht gewünscht.

Die im Harzkurier veröffentlichten Zahlen basieren nicht auf real abgefragten Einschätzungen der Bürgerinnen und Bürger und haben somit keinerlei inhaltliche Aussagekraft. Bereits eine leichte Veränderung der Teilzielgewichte hat im betrachteten Fall zur Folge, dass die Fusionsvariante mit Goslar als beste Alternative aus einer ähnlichen Nutzwertanalyse hervorgeht.

© BI Für Osterode

02.05.2012