BI warnt vor zentraler Leitstelle für Rettungsdienste

Manchmal lohnt der Blick über den Tellerrand, um das eigene Urteil zu schärfen: In der im Jahr 2005 durch Fusion zur Region Hannover fusionierten und zentralisierten Rettungsleitstelle der Region Hannover wächst der Unmut über die  Arbeitsbedingungen, berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe. Diese Erkenntnis nimmt die BI zum Anlass, erneut vor einer zentralen Großleitstelle, wie sie im Fusionsfall mit Northeim und Göttingen geplant ist, zu warnen.

Beschäftigte der Großleitstelle in Hannover, so wird berichtet, "klagen über eine hohe Arbeitsbelastung und viele Krankheitsfälle. Nach einer internen Statistik, so heißt es, seien 60 Prozent der Schichten in der Notrufzentrale unterbesetzt."

Die Beschäftigten der Großleitstelle in Hannover hätten außerdem kein Verständnis dafür, dass die Region versucht habe, die Standards für ihre Mitarbeiter herunterzuschrauben. Bisher müssten alle Beschäftigten der Notrufzentrale eine Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann und zum Rettungssanitäter haben. Geht es nach dem Willen der Region, dann solle neben der Sanitäterausbildung ein Kursus zum Zugführer bei der Freiwilligen Feuerwehr als Qualifikation für die Arbeit in der Notrufzentrale ausreichen. 

"Dies bestätigt uns in der Einschätzung, dass Einsparungen - oder fusionsbedingte Synergieeffekte, wie es neudeutsch gern umschrieben wird - nicht nur auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen werden, sondern sich durch fusionsbedingten Kostendruck auch die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erheblich verschlechtern", so Dr. Thomas Grammel  von der BI, "wer glaubt, eine Gebietsreform allein schaffe den großen Wurf, der irrt. Jeder zahlt für einen Großkreis mit!"

Die BI weist auch darauf hin, dass die Ausgaben für die Vernetzung der Leitstellen Osterode und Goslars nicht unerheblich waren und die Vertreter der Feuerwehren viele offene Fragen bei der Großkreislösung thematisiert haben, ohne dass darauf befriedigende Antworten gefunden wurden.