Des Kaisers neue Kleider: Fusionsalternative Süd zeigt ihr wahres Gesicht

Die Bürgerinitiative „Für Osterode“ sieht sich in ihrer Einschätzung der Fusionsalternativen durch die aktuelle politische Entwicklung voll bestätigt: „Die SPD-Fraktion begeht einen großen Fehler, wenn der Punkt 5.2., der eine Fusion auch bei Nichterhalt einer Entschuldungshilfe vorsieht, aus dem Eckpunktepapier gestrichen wird“, so Jon Döring von der Bürgerinitiative, „wenn Göttingen und Northeim nur wegen der Entschuldungshilfe mit Osterode fusionieren wollen, zeigt dies, wie wenig Substanz und Vertrauen hinter dem neuen Großkreis stecken“.

Noch immer sei nicht deutlich, welche strategischen Vorteile ein Großkreis Südniedersachsen überhaupt haben könnte, und noch immer seien die Fragen der Bürgerinitiative unbeantwortet, wie man die bei der Region Hannover entstandenen Probleme einer starken Verschuldung und Verschlechterung des beruflichen Bildungsangebotes verhindern wolle. Auch die mangelnde Bürgernähe und die Kritik der Fahrgastverbände an der Preis- und Verbindungsgestaltung des Verkehrsverbundes Südniedersachsen (vgl. Harz-Echo vom 06.06.2012) sprächen deutlich gegen eine Südfusion und für die Überprüfung der bisherigen strategischen Ausrichtung.

Hingegen sei das Interesse Goslars am Landkreis Osterode ehrlich, so Dr. Thomas Grammel von der BI: „Der Landkreis Goslar wurde kürzlich durch das Land Niedersachsen entschuldet, eine strategisch sinnvolle Positionierung für die Zukunft als ein vereinter Westharz bietet im Bereich der Wirtschaftsförderung und beruflichen Bildung zahlreiche Perspektiven. Die Chancen einer Zusammenarbeit und die Möglichkeit einer strategisch sinnvollen Zukunftsausrichtung für unsere beiden Landkreise werden dort erkannt.“

Die schwache Gründungsdynamik im Landkreis Osterode müsse endlich gestärkt werden. Dabei zeige sich, dass eine Nähe zu einem Oberzentrum mit starker Sogwirkung nicht hilfreich ist. Die Landkreise Osterode und Northeim hätten mit einem erheblichen Rückgang der Unternehmensneugründungen zu kämpfen. „Im Landkreis Goslar sind die Neugründungen, gestärkt durch den Bereich des Gastgewerbes und durch Ausgründungen aus der TU Clausthal, nicht einmal halb so stark gesunken wie im Landkreis Northeim. Von der Nähe zur Universität Clausthal kann auch Osterode in erheblichem Maße profitieren, die IZH ist ein weiterer Meilenstein für die wirtschaftliche Entwicklung des Westharzes“, so Jon Döring und verweist auf die aktuellen Zahlen zu Unternehmensgründungen:

 

2009

2011

Veränderung

Osterode

114

90

-21 %

Goslar

278

243

-12 %

Northeim

217

161

-25 %

Göttingen

405

373

-8 %

Quelle: LSKN, Gewerbeanmeldungen nach Wirtschaftszweigen (2009, S. 28 und 2011, S. 21)

„Die Universität Göttingen ist zu weit entfernt, als dass sich Gründer für einen Standort im Landkreisgebiet Osterode entscheiden könnten“, so Döring.

 

BI „Für Osterode“