Erste Mahnwache vor dem Kreishaus

Am vergangenen Montag abend trafen sich zum ersten Mal etwa 40 Unter-Die Teilnehmer der Mahnwache am 01.10.12 vor dem Kreishausstützerinnen und Unterstützer des Bürgerbegehrens „Kein Großkreis Südniedersachsen“ vor dem Osteroder Kreishaus, um auf die zahlreichen offenen Fragen und Probleme, die eine Fusion mit Göttingen und Northeim beinhaltet, hinzuweisen.

Besonders zukünftige Schulabgänger scheinen die Tragweite einer Südfusion mittlerweile erfasst zu haben. Die geplante Bildung von „Kompetenzzentren“ im Berufsschulbereich bedeutet faktisch die Zentralisierung von Bildungsgängen an einer großen Berufsschule. Und ob die dann in Osterode steht, wage ich zu bezweifeln“, so Jon Döring von der BI, „weite Wege und hohe Kosten für die Berufsschüler werden die Folge sein, außerdem wird die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe sinken“.

Dr. Thomas Grammel ergänzt: „Auch für Autofahrer wird es teurer. Der bis zu 15 Prozentpunkte höhere Schadenindex der Göttinger Zulassungsbezirke wird im Fusionsfall auch bei uns auf Sicht zu höheren Kfz-Haftpflichtprämien führen. So zahlt jeder Bürger für die Fusion aus eigener Tasche dazu. Mit Goslar bestünde dieses Risiko nicht, da der dortige Schadenverlauf dem Osteroder Index entspricht. Das muss man der Bevölkerung aber einmal sagen.“

Und Tanja Biallas befürchtet: „Das weit entfernte Oberzentrum Göttingen kann die aktuellen Probleme Osterodes nicht lösen. Besonders der strategische Ausbau der Tourismus-Region Harz durch Nutzung vorhandener natürlicher Ressourcen ist nur in Zusammenarbeit mit Goslar sinnvoll möglich“. Aus der aktuellen Planung wurde bekannt, dass der Harzer Tourismus auf der Website www.goettingerland.de gebündelt werden soll. „Das geht gar nicht!“ sagt dazu Dr. Thomas Grammel, „So bekommen wir einen Vorgeschmack, wie unser Landkreis dauerhaft abgehängt wird. Was wir brauchen, sind harzspezifische Lösungen, die nur in überschaubaren Verwaltungsstrukturen wachsen können“.

Die SPD/Grüne-Mehrheit im Kreistag hatte beschlossen, keine Vertreter der Oppositionsparteien zu den weiteren Fusionsverhandlungen mit NOM und GÖ zuzulassen sowie keine Protokolle von den Gesprächen zu fertigen. Um auf diese undemokratische Vorgehensweise und die Ausschaltung der Opposition hinzuweisen, wird die Bürgerinitiative von nun an immer montags um 19 Uhr eine Mahnwache vor dem Kreishaus halten. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich willkommen und sich auf www.für-osterode.de über die Aktionen zu informieren.