Kosten der „virtuellen Leitstelle“ in den Sand gesetzt?

Schon überaus viele Dinge konnte man in den letzten Wochen zum Thema Kreisfusion lesen. Beleuchtet wurden unter anderem die Beziehungen der Landkreise und Verflechtungsanalysen aufgestellt.

Erstaunlicherweise hat man dabei überhaupt noch nichts über die Zukunft der Feuerwehreinsatz-und Rettungsleitstelle in Osterode gehört. Tatsache ist, seit Monaten wird die Feuerwehreinsatz-und Rettungsleitstelle in Osterode unter großem Kostenaufwand völlig modernisiert und soll „virtuell“ mit der Leitstelle in Goslar zusammengeschaltet werden (Kosten laut Harz Kurier vom 24. Januar 2012 ca. 450.000 Euro). Etwa die gleiche Summe wurde auch in die Leitstelle Goslar investiert, um die bereits 2009 vereinbarte Kooperation zwischen den Landkreisen Goslar (965 km²/148.000 Einwohner) und Osterode (636 km²/80.300 Einwohner) umzusetzen.

Umfangreiche Umbau-, Erweiterung-und Modernisierungsmaßnahmen der Feuerwehreinsatz-und Rettungsleitstelle erfolgten in letzter Zeit aber auch bei der Berufsfeuerwehr in Göttingen. Wie jüngst von deren Mitarbeitern bei einer Führung bemerkt wurde, ist die dort vorhandene Leitstelle bereits gerüstet, um den gesamten Leitstellenverkehr des Rettungsdienstes und der Feuerwehr der gesamten Region (Göttingen sowie der Landkreise Göttingen, Northeim und Osterode) zu übernehmen. Diese Leitstelle wäre dann zuständig für rund 3.020 km² und für über 485.000 Einwohner (gesamte Saarland hat eine Größe von rund 2.568 km²). In Niedersachsen wäre dann die zweitgrößte Leitstelle geschaffen. Lediglich die des Oldenburger Landes betreut noch eine größere Fläche (4.196 km²).

Sollte die Fusion der Landkreise GÖ, NOM und OHA umgesetzt werden, wären die Bürger nicht nur mit allen Nachteilen einer solchen Riesenleitstelle konfrontiert, noch schlimmer ist - die Kosten der Leitstellenmodernisierung und der virtuellen Zusammenschaltung der Leitstellen im Landkreis Osterode und Goslar (zusammen rund eine Million Euro) wären dann „in den Sand gesetzt“.  Gerade auch unter diesem Aspekt wäre eine Harzfusion sinnvoller, zumal die bereits installierte „virtuelle Leitstelle“ für eine noch relativ überschaubare Fläche von rund 1.590 km² und für 228.000 Bürger zuständig wäre.

Karl-Heinz Winter

Scharzfelder Str. 121
37431 Bad Lauterberg