Liebenburgs Bürgermeister auf dem Holzweg - Bürgerinitiative „Für Osterode“ zeigt Chancen für den Harz auf

Liebenburgs Bürgermeister Hubert Spaniol bezeichnet den Harz zu Unrecht als „Armenhaus“; die Landkreise Osterode und Goslar weisen pro Kopf die höchste Produktivität aller südniedersächsischer Landkreise auf, beim Bruttoinlandsprodukt ist Osterode führend.

„Die schon jetzt zu beobachtende Sogwirkung der Oberzentren Göttingen und Braunschweig führt jedoch zu einem erheblichen Wegzug junger Erwachsener beim Start in Ausbildung, Studium und Beruf. Der entstehende Leerstand an Wohnraum und die dadurch sinkenden Mieten sind für finanzschwächere Bürgerinnen und Bürger attraktiv, was den hohen Anteil Hilfebedürftiger in Osterode und Goslar erklärt. Dieser Teufelskreis wird sich bei einer Fusion mit Oberzentren nachgewiesenermaßen noch verstärken, der Trend zum Ausbluten der zentrumsfernen Randlagen einer Region ist vorprogrammiert“, so Jon Döring von der Bürgerinitiative „Für Osterode“.

Zu einer erheblichen Entlastung der Haushalte führt die vom Bund zugesagte Übernahme der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsunfähigkeit, die sich insbesondere in den Goslarer und Osteroder Haushalten positiv auswirken wird. Daneben muss eine auf den Harz zugeschnittene Wirtschaftsförderung und ein regionales Bildungsangebot den Harz für Existenzgründer, junge Familien und Berufsstarter attraktiver werden lassen“, so Dr. Thomas Grammel von der BI, „dies klappt aber nur, wenn Goslar und Osterode gemeinsam agieren. Nur dann kann es gelingen, die Abwanderungen und das Sinken von Mieten und Grundstückspreisen zu stoppen.“

Der Landkreis Aurich in Ostfriesland, der lange Zeit wirtschaftlich benachteiligt war, zeige durch den Fokus auf regionsspezifische Wirtschaftsförderung in den Bereichen erneuerbare Energien, Landwirtschaft und den Tourismus, wie man aus der Krise kommen könne.

Ein weiteres, von Hubert Spaniol unbeachtetes Problem sei die Akzeptanz der diskutierten Fusionslösungen in der Bevölkerung. In Osterode, Northeim und Göttingen liefen erfolgreich Bürgerbegehren gegen die jeweiligen südniedersächsischen Fusionspartner, während die Bürgerinitiative „Für Osterode“ in ihren Reihen sogar Seesener und Liebenburger ausmachen könne, die einer Harzfusion ausdrücklich positiv gegenüber stünden. „Der vom Goslarer Landrat Manke vorgeschlagene Weg einer demokratischen Bürgerbefragung ist der einzig richtige Weg, eine von einer breiten Mehrheit getragene Fusionsentscheidung zu finden“, so Dr. Grammel.

© BI „Für Osterode“

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