Neue Perspektiven für BI

Am Vorabend der Kreisfusion traf sich die BI Für Osterode zur Mitgliederversammlung in Osterode. Die Anwesenden verabschiedeten auf Antrag des Vorstands eine ausführliche Erklärung zur Fusion und planten den nächsten Termin: Am Donnerstag, 24. November um 19.00 Uhr wird es im Freiheiter Hof, Hauptstraße 9 in Osterode, eine Infoveranstaltung unter dem Titel „Was ändert sich im neuen Landkreis für den Bürger?“ geben. Dazu soll ein Referent aus dem Landkreis Göttingen ausführlich Rede und Antwort stehen. Alle Bürger sind herzlich zu diesem Abend eingeladen. Solche Zusammenkünfte zu aktuellen  Themen will die BI künftig einmal pro Monat abwechselnd in den Gemeinden des Altkreises durchführen.

Der 1. Vorsitzende Bernd Hausmann ließ Wahlkampf und Kommunalwahlergebnis Revue passieren. In der anschließenden Diskussion wurde zwar Enttäuschung über das knapp verpasste Kreistagsmandat laut, doch waren sich die Teilnehmer darüber einig, in der kommenden Wahlperiode vorerst außerparlamentarisch die Belange des ehemaligen Landkreises Osterode wahrnehmen zu wollen. „Wir tun das konstruktiv und konsequent im Dialog mit Politik und gesellschaftlichen Gruppen, und wir verstehen und ganz klar als Interessengemeinschaft für den Altkreis Osterode“, betonte Hausmann. Er lud die demokratischen Fraktionen aus den Räten und dem neuen Kreistag zum Dialog ein und machte gleichzeitig deutlich, dass für die rechtspopulistische AfD die Türen der BI verschlossen blieben.

Freude herrschte bei den Anwesenden darüber, dass Jon Döring, der nach der Kommunalwahl zurückgetreten war, kommissarisch wieder im Vorstand mit von der Partie sein wird. Die Versammlung bestätigte Bernd Hausmann im Amt und wählte Döring zum kommissarischen 2. Vorsitzenden als Nachfolger des ausgeschiedenen Klaus-Richard Behling. Der ehemalige Kreistagsabgeordnete Frank Kosching wurde zum Schriftführer gewählt und Markus Lau bleibt Kassenwart.

Der Start in die Kreisfusion ist aus Sicht der BI Für Osterode nicht gelungen. „Und zwar weniger wegen der schon jetzt offensichtlichen Nachteile für unseren Altkreis Osterode etwa beim Kursangebot der neuen Volkshochschule oder in der Leitstellenfrage“, machte Jon Döring deutlich, als vielmehr aufgrund wenig demokratischer Vorgehensweisen und des Ausbleibens eines abschließenden Einwohnervotums, das den Bürgern versprochen worden sei. „Die Fusionsverhandlungen fanden 2011 bis 2013 weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Als grundmandatierter Kreistagsabgeordneter wurde ich von jedweder Mitwirkung ausgeschlossen“, erinnerte sich Frank Kosching.

Mit pragmatischen Lösungsvorschlägen will die BI auch in Zukunft konkrete Verbesserungen für die Bürger im Altkreis vorschlagen. „Wir halten an unserem Bürgerbuskonzept fest und wollen es in einer entsprechenden Arbeitsgruppe auch mit Blick auf mögliche alternative Strecken wiederbeleben“, kündigte Bernd Hausmann an. Einig waren sich die Anwesenden darüber, dass man als Interessengemeinschaft für den Altkreis ein breites Aufgabenspektrum habe, das über die Politik im engeren Sinne hinausgehe. So wollen sich die Mitglieder unter anderem dafür einsetzen, die langjährige Partnerschaft mit dem britischen County of Scarborough weiterhin zu pflegen. Der Verein verstehe sich als „Kultur- und Heimatverband“ für den Altkreis Osterode, wie Bernd Hausmann ergänzte. „Wir wollen in konstruktiver Zusammenarbeit mit bestehenden Gruppen wie etwa den Heimat- und Geschichtsvereinen im Altkreis, dem Harzverein oder auch Spurensuche e.V. die Geschichte und die kulturellen Traditionen des Südharzes sowie des südwestlichen Harzvorlandes bewahren und in Veranstaltungen und Projekten kultivieren“, sind sich die Mitglieder einig.