Osterode und die Problematik der Wanderungsbewegungen

Die Vorstellung des Hesse-Gutachtens hat viele Fragen offen gelassen. Wir als Bürgerinitiative möchten helfen, die Diskussion zu versachlichen und unsere strategische Orientierung Richtung Goslar nachvollziehbar und transparent erläutern. 

Deswegen starten wir eine Schriftenreihe, um im wöchentlichem Rhythmus verschiedene Themenfelder aufzugreifen, die für unsere Orientierung in Richtung Norden entscheidende Argumente liefern. Diese können Sie ab jetzt hier abrufen.  Zum Start dieser Themenreihe greift das erste Thesenpapier die Thematik der Wanderungsbewegung auf.
 
Themenfeld 1: Osterode und die Problematik der Wanderungsbewegungen
Die Bevölkerungsprognose für den Landkreis Osterode ist von der hohen Sterblichkeit der alternden Bevölkerung geprägt. Dennoch sollte man eine differenzierte Betrachtung vornehmen. Betrachtet man die gesamte Bevölkerungsentwicklung einschließlich Wanderungen 2009 bis 2030, so ist nach der Studie der Bertelsmann-Stiftung mit einem Rückgang von 21% zu rechnen. Unter Berücksichtigung der natürlichen Bevölkerungsentwicklung ohne Wanderungen 2009 bis 2030 (%) beträgt der Rückgang jedoch nur 17,5%. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit der Analyse der Wanderungssalden. Der Landkreis Osterode verliert vorrangig Menschen im Altersgefüge zwischen 20 und 30 Jahren, also Personen, die zu einer Ausbildung, einem Studium oder der Arbeitsaufnahme den Landkreis zu Beginn des Erwerbslebens verlassen. Diese Fortzüge erreichen dramatische Ausmaße. Erst in der Altersgruppe der Über-45-Jährigen gleichen sich Fort- und Zuzüge wieder aus, wie die untenstehende Grafik zeigt.
 
 
Im Landkreis Osterode findet sich keine Hochschule und keine Universität, das Angebot an Ausbildungsplätzen ist verhältnismäßig gering. Zentraler Handlungsbedarf ist, das weiterführende Bildungsangebot vor Ort zu erhalten, auszubauen und durch eine Kooperation mit der TU Clausthal Studiengänge zu entwickeln, die den vor Ort ansässigen Wirtschaftsunternehmen qualifizierte Absolventen zur Verfügung stellen können. Dies kann in den Clustern Elektro, Verfahrenstechnik, Regenerative Energien und Automotive durch die TU Clausthal geschehen, im Bereich Tourismus ist die Hochschule Harz einzubinden.
Unternehmen wie Piller Power Systems, Kamax, Exide, KKT und Eisenhuth würden in den genannten Clustern profitieren. Ausgründungen im Bereich Harz-Tourismus wären ebenso möglich wie in den angesprochenen Zukunftstechnologien. Ein Innovations- und Gründerzentrum sollte im Südharz angesiedelt werden.
Eine Zusammenarbeit oder Fusion mit dem Landkreis Goslar wird diese Entwicklung fördern.