Rücktrittserklärung des BI-Pressesprechers

Das Ergebnis der Kreistagswahl hat gezeigt, dass die Menschen im Altkreis Osterode eine kritische Stimme im Fusionsprozess nicht wünschen. Ich erkläre hiermit meinen Rücktritt als Pressesprecher der BI „Für Osterode“ e.V. und bedanke mich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die die BI vom Bürgerbegehren zur Kreistagswahl mit begleitet haben.

Ich bin erschrocken, dass die Menschen im Landkreis Osterode hinnehmen, dass die politisch Verantwortlichen einen Geschäftsführer für die Volkshochschule ohne Stellenausschreibung und Auswahlverfahren ins Amt heben und sich ein knappes Jahr später herausstellt, dass er sehr wahrscheinlich große Geldsummen für private Zwecke veruntreut hat. Ist das normal?

Ich bin wütend darüber, dass die für die Kreisfusion Verantwortlichen nicht den Mumm haben zu erläutern, welche negativen Auswirkungen die Fusion in vielen Feldern (z.B. den Reduzierungen im Kursangebot der Altkreis-VHS, der Zentralisierung der Sozialhilfebearbeitung mit weiten Wegen für die Betroffenen usw.) mit sich bringt und dies ehrlich öffentlich diskutieren. Ist das normal?

Es frustriert mich, dass die Menschen im Landkreis Osterode hinnehmen, dass Gutachten, die als Grundlage für Standortentscheidungen zur Leitstellenfrage dienen sollen, unter Verschluss bleiben, während in Göttingen bereits an der neuen Leitstelle gebaut wird. Ist das normal?

Ich bin traurig darüber, dass die Menschen im Landkreis Osterode hinnehmen, dass ihnen von den politisch Verantwortlichen eine Befragung nach Abschluss der Fusionsverhandlungen versprochen wurde, die es niemals gegeben hat. Ist das normal?

Ich hätte mir gewünscht, dass die Menschen im Landkreis Osterode ihre Zukunft aktiver mitgestalten und unsere Ideen eines Bürgerbusnetzes, einer Ehrenamtsrente und einer stärkeren Bürgerbeteiligung innerhalb einer Legislaturperiode unterstützen würden.

Ich bin froh, dass einige Inhalte unseres Wahlprogramms so gut waren, dass sie von anderen Parteien abgeschrieben wurden. So könnten wir in Zukunft vielleicht doch noch eine Verbesserung des ÖPNV, eine Stärkung des Berufsschulwesens vor Ort oder die Errichtung eines Innovations- und Gründerzentrums im Südharz erleben. Auch wenn dann kein BI-Etikett mehr darauf klebt, ist noch ein Stückchen BI drin.

Ich wünsche dem neuen Landkreis einen erfolgreichen Start und den Menschen im Altkreis Osterode eine gute Zukunft. Glück Auf!

Jon Döring