Vertreter der BI besorgt über neue Erkenntnisse zur geplanten Erstaufnahmestelle

„Eine schnelle und menschenwürdige Lösung für eine Erstaufnahmestelle in Osterode ist nach den aktuellen Erkenntnissen in weite Ferne gerückt“, so Bernd Hausmann von der BI, „wir hoffen, dass sich Wolfgang Koch von der Princess of Finkenwerder GmbH & Co. KG nun zügig mit transparenten und umfassenden Informationen an die Öffentlichkeit wendet“.

Die Zeitung „Die Welt“ bezweifelte in einem aktuellen Bericht offen die Seriosität des Geschäftspartners von Til Schweiger und warnt das Land Niedersachsen mit deutlichen Worten: „Fest steht aber, dass sich das Land mit Koch auf einen unsicheren Geschäftspartner einlassen würde: Nach Recherchen der "Welt am Sonntag" hatte Koch in seiner Heimatstadt Stade wiederholt Ärger mit Gerichtsvollziehern und der Vollstreckungsabteilung des Amtsgerichts. Allein zwei Haftanordnungen sind in den vergangen vier Jahren aktenkundig. Zudem ist Koch trotz gerichtlicher Aufforderung mindestens sieben Mal nicht zur Abgabe der Vermögensauskunft erschienen, zuletzt im März 2015.“

Weiterhin heißt es, Wirtschaftsauskunfteien warnten vor Krediten und Geschäftsverbindungen mit Wolfgang Koch. Wie die BI „Für Osterode“ e.V. bereits recherchierte, hatten Koch und seine Firma Princess of Finkenwerder GmbH & Co. KG bislang relativ glücklos versucht, in den von ihnen erworbenen Kasernenegebäuden nahe Stade Akteneinlagerungen vorzunehmen und Serverräume einzurichten. Auch hatte Wolfgang Koch versucht, in Teilen der Gebäude Seniorenwohngemeinschaften einzurichten und dafür in der Presse mit seiner Mutter geworben. Auch dieses Geschäftsfeld scheint inzwischen aufgegeben worden zu sein.

„Mit erheblichen Problemen kämpft offenbar nicht nur Koch, sondern auch das Unternehmen selbst. Die Princess of Finkenwerder ist die Firma, in deren Besitz die Kaserne ist; sie hat die Rechtsform einer GmbH & Co. KG. GmbH-Chef ist Koch, der die KG-Anteile jedoch vor Jahren an seine Lebensgefährtin abgetreten hat. Deren Kreditwürdigkeit wird von den Auskunfteien allerdings ähnlich schlecht eingestuft wie die von Koch. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Princess of Finkenwerder einen erhaltenen Kredit nicht zurückzahlen kann, gibt eine Auskunftei mit 96 Prozent an. Ein katastrophaler Wert, der "unter Basel-II-Kriterien als Ausfall" gilt.“, berichtet „Die Welt“.

Nun werden zusätzliche Bedenken laut, denn die Stuttgarter Zeitung weist darauf hin, dass weder Wolfgang Koch noch die Princess of Finkenwerder GmbH & Co. KG im Grundbuch als Eigentümer der ehemaligen Rommel-Kaserne eingetragen sind. Derzeit stehe noch immer die insolvente Phalanx Investment GmbH im Grundbuch. „Aber solange Schweigers Bekannter Wolfgang Koch nicht im Grundbuch eingetragen ist, können die niedersächsischen Behörden mit ihm keinen Mietvertrag abschließen. Warum Koch die Grundbuchänderung vor sich herschiebt, bleibt offen“, so die Stuttgarter Zeitung weiter.

„Leider sind unsere Anfragen zur Liegenschaft, aber auch zum Konzept der Erstaufnahmestelle und den Besitzverhältnissen bislang unbeantwortet geblieben“, so Bernd Hausmann von der BI, „wir werden daher in Kürze einen Fragenkatalog erarbeiten, den wir an das Innenministerium, die Princess of Finkenwerder GmbH & Co. KG sowie die Agentur Til Schweigers senden werden.“